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Schulden - Wenn Briefe zum Horror werden

Quelle: punkt.ch, 16.05.2008

Die Schuldenfalle schnappt zu: Mehr als jeder dritte Haushalt ist mit Schulden konfrontiert

«Je höher das Einkommen, desto höher die Schulden», sagt Charly Gmür, Geschäftsführer Verein Fachstelle für Schuldenfragen Luzern. Die Hauptaufgabe sei nicht mehr die Sanierung, sondern das Gestalten eines menschenwürdigen Lebens mit Schulden.

Jeder dritte Haushalt

In 34 Prozent der 140 594 Luzerner Haushalte sind Schulden ein Thema. Ein Fünftel der Betroffenen wäre gar für eine Sanierung bereit, doch mangelt es an Beratungsmöglichkeiten. Für den Kanton sind 115 Stellenprozente zu wenig und die Aussicht auf mehr Personal ist schlecht. Gmür: «Unser Antrag auf staatliche Beitragserhöhung ist deponiert, doch das wird frühestens Ende Jahr behandelt.» Trotzdem im Jahr 2007 wurden 673 Haushalte betreut. Ein Erfolg: Der Kanton Luzern hat für jeden eingesetzen Franken für die Fachstelle, drei Franken an Steuern der Betroffenen wieder zurückerstattet bekommen.

Zu spät zur Beratung«Leben auf Pump» kennen bereits Kinder. Gmür: «Oft «pumpen» Eltern den Kindern Geld ohne auf die Rückbezahlung zu bestehen. » Dies führe zu einem «ungesunden Umgang» mit Geld, der später mit Kreditkarten seine Fortsetzung findet. Auch sei fatal, das Schulden als Motor der Wirtschaft gelten würden. Gmür: «Manch ein Garagist könnte seine Garage schliessen, würden nicht soviele Autos auf Pump gefahren. » In der Schweiz werden laut Statistik 60 Prozent der Neuwagen geleast. Ein heimtückisches Unterfangen, weiss Budgetberater Gmür. Oft würden seine Klienten auch zu spät kommen. Gmür: «Sobald nicht mehr termingerecht bezahlt werden kann, sollte eine Beratung in Betracht gezogen werden.» Doch dem ist nicht so. Oft werde der Gang zum Briefkasten als einziger Horrortrip betrachtet. Die Briefe stapeln sich und die Schulden dazu. Hier braucht es ein professionelles Netzwerk und eine bessere Prävention. «Man müsste dort ansetzen, wo die Schulden gemacht werden, also bei den Kreditinstituten. » Gmür verwendet eine Metapher: «Wer Zündhölzer verkauft sollte sich auch ums Feuerlöschen und die verbrannten Finger kümmern müssen.

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