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Gottes Weisheit » Wesley's Maxime » Regel 2: Spar (ein), soviel du kannst.
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Regel 2: Spar (ein), soviel du kannst.

Hast du durch ehrliche Weisheit und unermüdlichen Fleiß alles erworben, was du kannst, so lautet die zweite Regel der christlichen Klugheit: "Spare, so viel du kannst." Wirf die kostbare Gabe nicht ins Meer, überlass diese Tollheit heidnischen Philosophen. Wirf sie nicht weg in unnützen Ausgaben, was genau dasselbe ist wie sie ins Meer werfen. Gib keinen Teil davon aus, bloß um "dem Verlangen des Fleisches, dem Verlangen der Augen oder dem Stolz des Lebens zu willfahren".

Verschwende keinen Teil einer so köstlichen Gabe bloß in der Befriedigung der Fleischeslüste, im Genuss irgendwelcher sinnlicher Vergnügungen, am allerwenigsten derer des Gaumens. Ich meine nicht, dass du bloß Schlemmerei und Trunkenheit meiden sollst; ein rechtschaffener Heide würde diese verdammen. Aber es gibt eine gewisse geregelte, anständige Sinnlichkeit, ein feines Geniessertum, das nicht unmittelbar den Magen durcheinander bringt noch (spürbar wenigstens) den Verstand trübt. Und doch (um im Augenblick keine anderen Wirkungen zu erwähnen) kann es nur unter beträchtlichem Kostenaufwand stattfinden. Mach mit diesen Ausgaben ein Ende!

Verachte auserlesene und mannigfaltige Speise und "sei mit dem Zufrieden", was die einfache Natur erfordert.

Verschwende keinen Teil einer so kostbaren Gabe in der bloßen Befriedigung der Augenlust durch überflüssige oder kostspielige Kleidung oder durch unnötigen Zierrat. Verschwende keinen Teil davon in seltsamem Ausschmücken des Hauses, in überflüssigem oder kostbarem Hausrat, in prachtvollen Bildern, Gemälden, Vergoldungen, Büchern, in mehr zierlichen als nützlichen Gärten. Lass deine Nachbarn, die nichts Besseres wissen, dies tun: "Lass die Toten ihre Toten begraben." "Aber was geht das dich an?" spricht unser Herr. "Folge du mir nach." Willst du das? Dann kannst du das tun.

Gib nichts aus, um dem Stolz im Leben zu frönen, um die Bewunderung oder das Lob der Menschen zu gewinnen. Dieser Beweggrund zur Verschwendung vermengt sich häufig mit einem oder beiden der vorhergehenden. Manche Leute sind verschwenderisch in Kost oder Kleidung oder Hausrat, nicht bloß um ihre Esslust zu befriedigen oder ihrem Schönheits- oder Kunstsinn zu schmeicheln, sondern auch um ihrer Eitelkeit Tribut zu zollen. "Solange du dir ein gutes Leben machst, wird man Gutes von dir reden." So lange du dich "kleidest in Purpur in feines Leinen" und jeden Tag aufwendig lebst, werden ohne Zweifel viele deinen erlesenen Geschmack, deine Freigebigkeit und Gastfreiheit loben. Erkaufe aber ihren Beifall nicht so teuer. Begnüge dich lieber mit der "Ehre, die von Gott kommt".

Wer würde irgendetwas zur Befriedigung dieser Lüste ausgeben, wenn er bedächte, was sie befriedigen, sie vermehren heißt? Nichts ist gewisser als dies. Die tägliche Erfahrung zeigt: je mehr man ihnen nachgibt, desto mehr werden sie. Wie viel du deshalb ausgibst, um deinem Gaumen oder anderen Sinnen zu frönen, so viel bezahlst du zur Förderung deiner Sinnlichkeit. Wenn du Geld ausgibst, um dein Auge zu befriedigen, gibst du ebenso viel für das Zunehmen des Seltsamen aus – dass du stärker an den Vergnügungen hängst, die ja im Genuss vergehen. Wenn du etwas kaufst, wofür man dir Beifall klatscht, kaufst du dir nur mehr Eitelkeit. Hattest du denn nicht schon genug Eitelkeit, Sinnlichkeit und Vergnügungssucht? Musste da noch mehr dazu? Und wolltest du dafür auch noch bezahlen? Was für eine seltsame Sorte von Weisheit ist denn dies? Wäre es nicht eine weniger verhängnisvolle Torheit, buchstäblich dein Geld ins Meer zu werfen?

Und warum solltest du Geld an deine Kinder verschleudern, noch mehr als an dich selbst, in erlesener Speise, in prunkvoller oder kostbarer Kleidung, in irgendwelchen überflüssigen Dingen? Warum solltest du für sie mehr Hoffart oder Lust, mehr Eitelkeit oder närrische oder schädliche Wünsche kaufen? Nichts mehr brauchten sie, sie haben schon genug; die Natur hat hinlänglich für sie vorgesorgt. Warum solltest du dir noch weitere Kosten machen, um ihre Versuchungen und Fallstricke zu vermehren und sie mit vielen Sorgen zu peinigen?

Hinterlasse ihnen kein Vermögen zum Verschleudern. Hast du begründete Befürchtungen, sie würden, was jetzt in deinem Besitz ist, verschleudern, indem sie des Fleisches Lust, der Augen Lust oder das stolze Leben befriedigen und hierdurch vermehren, so lege ihnen um der Gefährdung ihrer und deiner eigenen Seele willen nicht diese Fallen in den Weg. Opfere deine Söhne und Töchter nicht dem Belial, so wenig wie man hätte dem Moloch opfern dürfen. Hab Erbarmen mit ihnen und räume aus dem Weg, was ihre Sünden, wie du leicht vorhersehen kannst, vermehren und sie folglich tiefer ins ewige Verderben stürzen wird. Wie unbegreiflich ist die Verblendung solcher Eltern, die meinen, sie könnten ihren Kindern nie genug hinterlassen. Wie! Könntet ihr ihnen nicht genug Pfeile, Feuerbrände und Tod hinterlassen? Nicht genug törichte und schädliche Begierden? Nicht genug Hoffart, Lust, Ehrsucht, Eitelkeit? Nicht genug ewiges Feuer? Armer Mann! Du fürchtest, wo nichts zu fürchten ist. Gewiss werdet ihr alle, du

und sie, wenn ihr eure Augen in der Hölle aufhebt, genug haben sowohl vom "Wurm, der niemals stirbt", wie auch vom "Feuer, das nicht verlöscht".

"Was also würdest du tun, wenn du in meiner Lage wärst, wenn du ein beträchtliches Vermögen zu hinterlassen hättest?" Ob ich es tun würde oder nicht, ich weiß, was ich tun sollte; das wäre für mich keine Frage. Hätte ich ein Kind, älter oder jünger, das den Wert des Geldes kennt, das es — nach meiner Meinung — richtig verwenden würde, so hielte ich es für meine absolute, unumgängliche Pflicht, diesem Kind den Hauptteil meines Vermögens zu hinterlassen; meinen anderen Kindern gerade so viel, dass sie so leben können, wie sie es bisher gewohnt waren. "Wie aber, wenn alle deine Kinder zum rechten Gebrauch des Geldes gleich unfähig wären?" Dann müsste ich (eine harte Rede! Wer kann sie hören?) einem jeden so viel geben, was ihn des Mangels enthebt, und den ganzen Rest in solcher Weise verwenden, dass es — nach meinem Urteil — am meisten zur Ehre Gottes dient.

Regel 1: Erwirb, soviel du immer kannst.

Regel 3: Gib alles, was du kannst.

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