Was Gott in der Pilgermission St. Chrischona tat
Als Attilio Cibien den Posten des Finanzdirektors für die Pilgermission St. Chrischona in der Schweiz übernahm, dachte er, es wäre ganz einfach. Immerhin ließ der stramme Geschäftsführer eine hohe Stellung bei Migros, einer Schweizer Supermarktkette, hinter sich, und er verstand etwas von Finanzen.
Aber er irrte sich.
Attilio kannte sich zwar gut aus im weltlichen Finanzsystem, wo es um Kaufen und Verkaufen geht, aber das Reich Gottes gründet sich auf Geben und Empfangen – ein völlig anderes Paradigma. Außerdem waren die Leitung der Pilgermission stark „theologielastig“. Attilio hatte keinen theologischen Hintergrund und konnte auch nicht verstehen, inwiefern biblische Prinzipien hier helfen sollten. „Ich kannte die weltlichen Prinzipien zum Umgang mit Geld“, sagte Attilio. „Aber es war schwierig, dies auch intern zu kommunizieren. Ich konnte nicht in biblischer Sprache zu ihnen sprechen.“
Dann gab es da noch ein weiteres Problem, die Spannung zwischen Glauben und Finanzen. „Wir hatten großen Glauben“, sagte Attilio, „und begannen Projekte, aber manchmal bezahlte Gott die Rechnung nicht. Dann gab es Spannung.“
Was tut man,
wenn man im Glauben Schritte geht, aber nicht genug Spenden hereinkommen, um die Kosten zu decken? Ganz einfach – man nimmt einen Kredit auf. Das Ergebnis war, dass die Pilgermission auf ihre Liegenschaften Hypotheken in Höhe von 16 Millionen Schweizer Franken aufnehmen musste, mit jährlichen Zinsen von über einer halben Million Franken.
Attilio gefiel diese Situation gar nicht. Da gaben Menschen eine Spende – eine Witwe vielleicht 20 Franken pro Woche – und dann gaben sie diese Spende der Bank, um ihre Zinsen zu tilgen. Daran konnte Gott kaum Gefallen haben!
Als Attilio noch mit diesen Fragen rang, wurde er zu einem christlichen Finanzseminar von Campus für Christus eingeladen. Der Referent, Earl Pitts, legte dar, dass nach der Bibel der Ausleihende ein Sklave des Gläubigers ist (Sprüche 22,7). Attilio lernte auch, dass man einen geschlossenen Kreis braucht, um ein treuer Haushalter zu sein.
Diese christliche Lehre über den Umgang mit Geld faszinierte Attilio. Zum ersten Mal erkannte er den Zusammenhang zwischen biblischer Lehre und Geld. „Auf einmal erkannte ich durch Earls Lehre“, sagte Attilio, „dass ich mit Theologen kommunizieren kann. Ich kann in biblischer Sprache über ein irdisches Thema reden.“ Dies veränderte seine Beziehung zum Leitungsteam von Grund auf. Infolgedessen begannen sie, gemeinsam Gottes Lösung für die finanziellen Probleme ihres Gemeindebundes zu suchen.
Gottes Wunder
„Ich wollte nicht die Schulden der nächsten Generation weitergeben“, sagte Attilio. „Denn sie sollen in ihrer eigenen Generation am Aufbau des Reiches Gottes mitwirken. Außerdem wollte ich kein Sklave der Banken sein.“
Attilio und das Leitungsteam beschlossen, danach zu streben, sämtliche Schulden zu tilgen. Das würde eine halbe Million Franken an Zinsen freisetzen, die sie dann dafür einsetzen könnten, das Reich Gottes zu bauen. Aber wie sollte das gehen?
Als sie darüber beteten, schenkte Gott ihnen eine gute Idee – sie könnten Gemeindemitglieder bitten, ihnen ein zinsloses Darlehen zu geben. „Wir gingen zu den Leuten“, sagte Attilio, „und machten ihnen unsere Lage klar, und dies ganz transparent!“
Gottes Segen
Und die Leute reagierten, sogar so stark, dass Pilgermission innerhalb von sieben Jahren den letzten Kredit abzahlen konnte. Die gesamten Schulden waren umgelagert worden, man sparte dabei jährlich 520.000 Franken, die verwendet werden können, um die Schulden abzuzahlen, oder um zukunftsorientiert Reich Gottes zu bauen. Attilio rechnet damit, dass innerhalb der nächsten Jahre die gesamten Schulden bezahlt werden können – jetzt aber an Gemeindemitglieder.
„Dieses Geld ist freigesetzt worden“, sagt er. „Es arbeitet nicht länger für die Bank, sondern für das Reich Gottes.“
Aus dieser Erfahrung heraus führen die drei Verbände Chrischona-Gemeinden Schweiz, die Freien Evangelischen Gemeinden Schweiz sowie die Freien Missionsgemeinden eine Verwalterschaftskonferenz durch. 21.-22. August 2008.

