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Mit biblischen Finanzprinzipien überleben

Quelle: idea Schweiz, 03.12.2008

Earl Pitts lehrte vor 2000 Pastoren, Unternehmern und anderen Interessierten

Manfred Kiener

Der kanadische Finanzexperte Earl Pitts schulte in der letzten Woche gegen 1000 Personen in biblischen Finanzprinzipien an verschiedenen Orten in der Schweiz. Ebenso vielen Gottesdienstbesuchern empfahl er die Bibel als Grundlage für den Umgang mit Geld. Rund hundert Führungspersonen besuchten den Pastoren- und Leitertag in Wichtrach. 70 Unternehmer nahmen an zwei Seminaren in Wildhaus und' Zürich teil.

«Ihr könnt nicht mit einem Bein im Reich Gottes laufen und mit dem anderen im Weltsystem, indem ihr weltlichen Ratschlägen folgt», betonte Earl Pitts vor Geschäftsleuten in Wildhaus. Er forderte die Unternehmer auf, in Geldfragen ganz auf die biblischen Anweisungen und auf Gottes Antworten zu vertrauen. Wie viel ist genug? Diese Frage müssten Unternehmer nicht nur für ihren privaten Geldhaushalt klären und den Bedarfskreis schliessen, sondern auch für das Geschäft. Christen, welche nicht definierten, wie viel genug sei, würden von der konsumorientierten Umwelt dazu getrieben, zu vergleichen und unersättlich zu werden. Wer jedoch seinen Finanzbedarf definiere, erhalte einen Überfluss, den er für das Reich Gottes einsetzen könne. Earl Pitts sprach weder einem Evangelium der Armut noch einem Wohlstandsevangelium das Wort. Vielmehr zeigte er biblische Finanzprinzipien zur Verwalterschaft von Geld und Gütern, die uns Menschen temporär zur Verfügung stehen.

Praktische Berichte

Jürg Opprecht, Kunstmaler, Hotelbesitzer und Gründer der Stiftung Business Professional Network (BPN),berichtete in Wildhaus über seine Erfahrungen im Umgang mit Geld. BPN hat mit Darlehen in Benin, Kirgisien und Nicaragua 330 Unternehmer gefördert, die dadurch über 5000 Arbeitsplätze schufen. Beat Fasnacht erzählte in Wildhaus offen aus seinem Leben als Unternehmer und von seiner grössten Herausforderung: dem Kauf des ehemaligen Mädcheninstituts St. Josef Guglera in Giffers im Freiburger Oberland. Trotz eindeutiger Hinweise im Gebet und Eindrücken anderer Christen, half ihm keine Bank beim Kauf. Heute betreibt Fasnacht mit seiner Gattin Gabi in Guglera Programme für junge Menschen, die aus gesundheitlichen oder soziokulturel1en Gründen Mühe haben, einen Arbeits- oder Lehrplatz zu finden.

Kein Leben auf Pump

«In dieser Kirche muss etwas passiert sein», betonte der vom Fernsehen bekannte Schuldenexperte Martin von Känel am Pastorentag in Wichtrach, als er in einem Film zerschnittene Kreditkarten in einem grossen Glasgefäss zeigte. Nach der Predigt zum Thema Geld war vielen Gläubigen klar geworden, wie ein Leben auf Pump süchtig mache. Die magischen Plastikkarten trügen das Potenzial in sich, Menschen in Schulden zu locken. Studien zeigten: Schulden führen zu einer dreifach höheren Erkrankungshäufigkeit, und jeder fünfte Suizid erfolge im Zusammenhang mit Finanzen.

Wer ist schuld?

Heute nur zu fragen: Wer ist schuld an der Finanzkrise? Und über die Banker mit ihren Boni zu klagen, führe zu keinen Lösungen, erklärte der Kaufmann Horst Reiser, Leiter von Crown Life Schweiz. Jeder Mensch trage einen Überlebenstrieb in sich, der ungesunde Dimensionen annehmen könne, zu Lasten der Umwelt und der Mitmenschen. Für Christen gelte es, im Gehorsam Gott gegenüber Geld zu spenden, den Zehnten des Bruttoeinkommens Gott zurückzugeben und den Finanzkreis zu schliessen. Dieser Kreis umfasse feste Verpflichtungen, Bedürfnisse und Wünsche. Auf diese Weise könnten Christen für ihre Familien Verantwortung übernehmen und gleichzeitig Gottes vorgesehenen Überfluss in sein Reich fliessen lassen. Sie würden damit zu Gottes bevollmächtigten Mittelverteilern und lebten frei vom Mammongeist. Sie hülfen zudem mit ihren Finanzen, den Missionsauftrag zu erfüllen.

Wie weiter?

«Trotz seiner Fülle ist ein Seminar mit Earl Pitts lediglich ein Start, um sich mit den biblischen Finanzprinzipien auseinander zu setzen», erklärte Horst Reiser gegenüber idea. Crown Life biete Kurse und Lehrmaterialien an für den richtigen Umgang mit Geld. Das reiche von Anregungen für Kinder und Jugendliche, über Erwachsene und Unternehmer bis hin zu Kursen in der Gemeinde. Aktuell sei das neu entwickelte DVD-Seminar «Freiheit und Grosszügigkeit leben», das für das Selbst- und Gruppenstudium geeignet sei. Erlebnisberichte von 15 Personen mit breitem kirchlichem Hintergrund und Expertengespräche motivieren die Zuschauer zur Umsetzung.

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