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Daniel Schönenberger erzählt, wie er Knausrigkeit überwand

Gott gibt mehr als du brauchst 

Ein persönlicher Bericht von Daniel Schönenberger 

Vor 13 Jahren haben Ursula und ich geheiratet. In unserem Ehering ist folgende Bibelstelle eingraviert: „Gott aber ist mächtig, euch jede Gnade im Überfluss zu spenden, so dass ihr in allem allezeit alle Genüge habet und überreich seiet zu jedem guten Werk“. (2. Kor. 9,8)

Dieser Vers drückt unsere Vision für unser Leben und unsere Ehe aus. Wir hatten nie viel Geld auf dem Konto. Aber wir haben erlebt, dass diese Verheissung stimmt. Immer kam mehr herein als hinausging, so dass wir viel weitergeben konnten. Mit viel meine ich nicht einfach nur den Zehnten, sondern des öfteren den gleichen Betrag darüber hinaus.

Anfänglich hatte ich selbst meine liebe Mühe mit dem Weitergeben. Die Schwierigkeit lag nicht daran, den Zehnten zu geben. Ich wusste, das war keine Option, sondern eine Verpflichtung. Deshalb hatte ich auch keine Schwierigkeiten damit. Aber ich entdeckte an mir, dass ich eigentlich ein sehr geiziger Mensch war. Sparsam, nennt man das üblicherweise in der Schweiz. Ich brauchte nicht viel zum Leben. Entsprechend gönnte ich meiner Frau, meiner Familie und meiner Umgebung nicht viel mehr. Aber der Herr hat mich darauf aufmerksam gemacht und ich begann, Geld als etwas in Gottes Augen Unbedeutendes zu betrachten. Etwas, das dafür da ist, Gutes zu tun und nicht irgendwo auf einer Bank zu lagern.

Ein Beispiel: Ursula erbte vor einigen Jahren 10 000 Franken. Nun hatte sie den Eindruck, dass wir dieses Geld einer Familie zukommen lassen sollten, die in finanziellen Schwierigkeiten steckte. Das sah ich überhaupt nicht ein. Ich war der Meinung, dass jener Mann, den ich im Übrigen nicht einmal kannte, keineswegs unschuldig war an der Familiensituation. Da wir nur ein gemeinsames Portemonnaie haben, gab meine Frau nach dem zweiten Versuch auf.

Doch irgendwie redete Gott zu mir. Er machte mir bewusst, dass, wenn jeder alles richtig machen würde, kaum jemand noch Hilfe nötig hätte. Alle sind wir doch auf Gottes Barmherzigkeit angewiesen. Ich genauso. Und so sagte ich dies nach etwa einem halben Jahr meiner Frau. Sie meinte: "Ich habe diese Angelegenheit Gott hingelegt und ihm gesagt, dass er mit dir reden müsse. Ich bin froh, dass du zu diesem Schluss gekommen bist!" So haben wir die 10 000 Franken, zusätzlich zum Zehnten und allem anderen, weitergegeben.

Interessanterweise fehlte uns dieser Betrag später, um eine Prophetie, die wir bekommen hatten, umzusetzen. Es ging bei dieser Prophetie um ein Haus, das Gott uns für den Dienst geben wollte. Jedes Mal, wenn wir etwas kaufen oder bauen wollten, fehlten diese 10 000 Franken für die Finanzierung. Bereits fragten wir uns, ob wir damals falsch gehört hätten.

Doch dann verhalf uns Gott uns zu einem besseren und schöneren Haus, als wir es uns jemals vorgestellt hatten (geschweige denn uns hätten leisten können). Ich habe erlebt, dass er sich nicht nur von uns Freigebigkeit wünscht – er selber ist uns gegenüber grosszügig. Er gönnt uns viel.

Wir hatten zum Beispiel schon lange den Wunsch, einen Schwedenofen im Wohnzimmer zu haben. Wir fragten uns: "Dürfen wir uns diesen Luxusartikel wirklich leisten?" Die Antwort, die wir von Gott zu vernehmen glaubten, war: „Ja, wir dürfen.“ Wir haben beschlossen, dass wir den gleichen Betrag, den wir für den Ofen ausgegeben haben, für verfolgte Christen einsetzen würden. Schliesslich sollten auch sich auch andere an diesem Ofen freuen können.
Und seit einigen Monaten geniessen wir es, als Ehepaar am Abend mit einem Glas Wein vor dem Feuer zu sitzen und miteinander zu plaudern.

Gott ist gross und grosszügig!

 

You can never outgive God

Hanspeter Nüesch, Missionsleiter Campus für Christus

Ist es Ihnen auch schon so gegangen wie mir? Jemand gab einen flammenden Appell, für irgendeine Sache zu spenden, und Sie hatten Angst, dass eine Person, die Sie kannten, über ihre Möglichkeiten hinaus geben würde. „Wenn der/die anschliessend nur noch etwas zu essen hat!“ 

Dann allerdings machte ich die Beobachtung, dass solche Personen immer genug hatten, während andere, die weniger gaben, mehr Probleme bekundeten, mit den vorhandenen Mitteln auszukommen. Einmal hatte einer dieser „chronischen Vielgeber“ tatsächlich kein Geld mehr, um ein nötiges Bügeleisen zu kaufen. Da betete er einfach für ein Bügeleisen, und was geschah: Die Tante, die von der ganzen Sache nichts wusste, fragte ihn, ob er vielleicht ein Bügeleisen brauchen könnte. Als der Mitarbeiter mir diese Story erzählte, war es mir, als ob Gott zu mir sagte: „Du musst keine Angst haben, dass Leute über ihr Vermögen geben. Ich schaue zu diesen grosszügigen Menschen, dass ihr Öl nie ausgeht.“

Für die Vision von EXPLO 2000–International haben viele Menschen sehr opferbereit gegeben. Dadurch wurde die weltweite Dimension erst möglich. Eine Person löste ihr Sparbüchlein auf. Eine andere gab ihr Erbe weiter. Ein Landwirt verkaufte sein Milchkontingent. Eine Frau bat Gott um Geld, damit sie EXPLO-International auch unterstützen könnte. Eine Woche später hatte sie von unbekannter Seite 500 Franken im Briefkasten. Ein junger Bursche war erst gerade zum Glauben gekommen. Um seinen Glauben zu stärken, ging er in eine Kirche, wo er den Einzahlungsschein ausfüllte und einen für seine Möglichkeiten sehr grossen Betrag für die Mission einsetzte. Ich fragte ihn, ob er seither genug gehabt hätte für Nahrung, Kleider, Miete etc. Seine Antwort: „Seit ich zu geben begonnen habe, ist das Geld nur so geflossen.“

Gott fordert uns im Buch Maleachi auf, ihn zu prüfen, ob er nicht überreichlich geben werde, wenn wir grosszügig geben. 
Rund um die beiden vergangenen EXPLO-Konferenzen drohte das Geld für die Mitarbeiterlöhne auszugehen. Da hatten unsere Finanzchefin Nicole Metzler und unser History’s Handful-Leiter Horst Reiser die zündende Idee, wir sollten eine Sammlung unter uns Mitarbeitern machen und dieses Geld grösstenteils an andere Werke weitergeben. Ein sehr grosser Betrag kam zusammen. Dies war im Juni. Und nun das Unglaubliche: Der nachfolgende Juli wurde zu unserem bis heute mit grossem Abstand besten Spenden-Monat in der Campus-Geschichte. Und dabei konnten unsere Unterstützer gar nichts wissen von der finanziellen Notsituation und unserer Reaktion darauf. Gott selber muss es ihnen aufs Herz gelegt haben. Was für eine Ermutigung für uns alle! 

Eine Amerikanerin machte einmal folgende Aussage: „You can never outgive God.“ Auf deutsch übersetzt heisst das in etwa: „Du kannst nie mehr geben, als dass Gott wieder in irgendeiner Weise zurückgibt“ – vielleicht nicht in Form von Geld, sicher aber in Form von Segen irgendeiner Art. Und letztlich ist an Gottes Segen doch alles gelegen. Wir wären ja wirklich dumm, wenn wir auf diesen Segen verzichten würden.