Jetzt sind königliche Priester gefragt
Quelle: Christliches Zeugnis, 01.2009
Hanspeter Nüesch
Gerade in wirtschaftlich und finanziell schwierigen Zeiten braucht es Christen, die mit königlich-priesterlicher Weisheit und Autorität anderen Menschen die Dinge erschliessen, die ewig bleiben.
Sowohl Petrus wie Johannes schreiben davon, dass wir Christen «königliche Priester» sind (1. Petrus 2,9; Offenbarung 1,5f). Unser Auftrag ist es, priesterlich für unsere Mitmenschen vor Gott einzustehen, und ihnen in königlicher Autorität sein Wort bekannt zu machen. Welch eine Berufung!
Priesterlich–königliche Brückenbauer
Voraussetzung ist allerdings, dass wir zuerst «unsere eigenen Leiber als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges, Opfer darbringen» (Römer 12,1) und dass wir uns nicht der Welt anpassen, sondern unser Denken am biblischen Massstab ausrichten. Nur so können wir Gottes Willen für uns selbst und für unsere Mitmenschen erkennen (vgl. Römer 12,2) und die Brücke zwischen ihnen und Gott schlagen. In Zukunft sind solche priesterlich-königlichen Brückenbauer zwischen Gott und den Menschen, wie auch zwischen den Menschen untereinander mehr denn je gefragt. Gott möchte in den zunehmenden Krisen aller Art zu den Menschen sprechen und sie ins Vaterhaus zurückrufen.
Nur verstehen das unsere Mitmenschen nicht und sind deshalb auf unsere Übersetzungsdienste angewiesen. Immer mehr Menschen suchen irgendwo Hilfe und Halt. Sie beten, aber sie kennen Gott nicht wirklich. Tatsächlich gibt es in akuten Krisen kaum Atheisten. Das ist unsere Chance, aber auch unsere Verantwortung. Wir dürfen ihnen wie Paulus von dem «unbekannten Gott» erzählen, zu dem sie wieder angefangen haben zu beten (vgl. Apostelgeschichte 17,23). Wir dürfen ihnen von Jesus Christus erzählen, der ihnen grundlegend helfen kann.
Sturz des babylonischen Finanz- und Wirtschaftssystems
Als ich letztes Jahr in New York war, sprach Gott deutlich zu mir, dass er sich bald heftig mit «Babylon» und «Mammon» auseinandersetzen werde. An Gebetstagen sowie speziellen Mitarbeiterschulungen haben wir uns in der Folge damit beschäftigt, wie wir eine stark wachsende Ernte in einer Zeit knapper werdenden Finanzen einbringen können. Auch wir Schweizer werden die zunehmend knappen Ressourcen zu spüren bekommen, und das noch mehrere Jahre. Die Bibel sagt, dass alle, die mit dem modernen Babylon Verkehr getrieben haben, in das Gericht Gottes hineingezogen werden. «Gefallen, gefallen ist Babylon, die Grosse..., denn von dem Glutwein ihrer Unzucht haben alle Völker getrunken, und die Könige der Erde haben mit ihr Unzucht getrieben, und die Kaufleute der Erde sind von ihrer gewaltigen Üppigkeit reich geworden... Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt» (Offenbarung 18,2ff).
Es geht mir nicht darum, eine spezifische Nation an den Pranger zu stellen. Es ging nicht allein um die USA, als 2001 die zwei Türme des Welthandelszentrums dem Erdboden gleichgemacht wurden. (Die Terroristen hatten es zwar auf die USA abgesehen. Gott hat die Schreckenstat aber zugelassen, weil die Twin Towers ein internationales Symbol des Götzen Mammon waren.) Und auch Wallstreet repräsentiert nicht die Vereinigten Staaten, sondern die Vereinigten Anbeter des Dow Jones.
Weitgeöffnete Türen erfordern geistesgegenwärtiges Handeln
Jedes Gericht ist auch ein Zurechtrichten Gottes. Bei der Jagd nach Glück und Wohlstand hat man Gott auf die Seite gestellt, ihn negiert, ja ihn lächerlich gemacht. Nun meldet er sich in einer Weise, dass man ihn hören muss. Jetzt braucht es allerdings königliche Priester, die den verunsicherten und oft verzweifelten Menschen das Vorgefallene geistlich auslegen, ihnen in ihrer Not beistehen und gleichzeitig von Gottes Vaterliebe und seinem Heilsplan erzählen. Es braucht priesterliche Könige, die in dieser Zeit der globalen Verunsicherung königlich regieren, Hoffnung und Vertrauen ausstrahlen und den Weg zum wahren Leben weisen können.
Haben wir nicht darum gebetet, dass Gott die Türen zu den Herzen der Mitmenschen öffnen möge? Jetzt ist die Zeit für uns Christen gekommen, den Menschen priesterlich zu dienen! Jetzt sind wir gefragt, wach und besonnen zu sein und geistgegenwärtig zu handeln (2. Timotheus 1,7).
Gott hat uns sowohl einen priesterlichen wie einen königlichen Geist gegeben. Als Priester haben wir die Verantwortung, stellvertretend die Schuld unserer Mitmenschen vor Gott zu bringen, im Bewusstsein, dass wir auch mitschuldig geworden sind. Ralf Luther im Neutestamentlichen Wörterbuch: «Wer für andere bittet, wer ihrer unablässig vor Gott gedenkt, wer unter der Not und Schuld seiner Brüder schwer trägt und um Vergebung für sie fleht, der handelt wie ein Priester.» Mose, Nehemia und Daniel waren solche Personen, die priesterlich vor Gott für die Sünden des Volkes in der Fürbusse und Fürbitte eingestanden sind.
Gleichzeitig sind wir aber auch Könige, was unsere geistliche Autorität anbetrifft. Als Könige stehen wir über der Sache – dank unserer täglichen Verbindung zum König der Könige. Wir herrschen als Gottes Beauftragte über die Umstände und weisen den Menschen den Weg.
Als solche, die Jesus als das Licht der Welt (Johannes 8,12) persönlich kennengelernt haben, sollen wir dieses göttliche Licht den Menschen reflektieren. Je dunkler die Umstände sind, desto mehr entfaltet das Licht seine Wirkung. Gerade als Christen dürfen wir unser Licht nicht länger unter den Scheffel stellen. Das Licht Gottes muss durch uns hell leuchten. Es gab noch nie eine Zeit, die mehr auf dieses Licht angewiesen war als heute.
«Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt, die auf dem Berge liegt, nicht verborgen bleiben. Man zünden auch nicht ein Licht an und stellt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; so leuchtet es allen, die ihm Haus sind. So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen» (Matthäus 5,14-16).
Gott wird die Betenden versorgen
Wir Christen werden auch in dürren Zeiten genug Mittel haben, um den Dienst, den Gott uns aufgetragen hat, zu tun. Umso wichtiger ist es jedoch, eine intensive Gebetsverbindung mit dem göttlichen Auftraggeber zu pflegen. In Zukunft geht es mehr denn je darum, dass wir Gottes Willen im Gebet suchen und in Gehorsam in die Tat umsetzen. Dann wird er uns auch in Zeiten des Mangels versorgen. Er wird uns segnen, damit wir wieder andere damit segnen können. Solange wir reichlich geben, werden wir auch reichlich bekommen.
In einer Gebetszeit, wo es um unseren zukünftigen Dienstauftrag ging, schenkte mir eine deutsche Mitarbeiterin in unserem Team einen Fünfliber mit dem Kommentar, Gott möchte uns das, was auf dem Rand der Münze stehe, zusprechen. Sie selber wusste nicht, was die lateinischen Worte bedeuten. Was steht auf dem Fünfliber? Dominus providebit – Der Herr wird versorgen. Ist das nicht ein wunderbarer Zuspruch für alle, die ernsthaft nach Gottes Willen fragen?