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40 Tage Gebet und Fasten

für persönliche Heiligung, Erneuerung und für ein geistliches Erwachen in unserem Land

«Deshalb lasst uns, da wir ein unerschütterliches Reich empfangen, dankbar sein, wodurch wir Gott wohlgefällig dienen mit Scheu und Ehrfurcht!» Hebräer 12,28

40 Tage an der Dank-Bar

Ostern steht vor der Tür. Die 40 Tage Gebet und Fasten sollen uns zurück erinnern. Nicht an das Grosse, das wir für Gott tun dürfen. Nein, daran, was Gott in Jesus Christus für uns getan hat. Dass du und ich einen Namenseintrag im Buch des Lebens haben können. Das soll uns mit Dankbarkeit erfüllen. Dankbar sein ist, was Gott sucht. Dankbar sein ist Gottes-Dienst. Ein Dienst, in dem nicht das Tun zählt, sondern das Sein: Das Dankbar-Sein. Warum nicht eine Dank-Bar einrichten? Mit den folgenden Texten laden wir dich zum täglichen Besuch deiner eigenen Dank-Bar ein.

Im Danken Gott dienen

Ich kenne kaum einen dankbareren Menschen als meine 162cm grosse und 88 jährige Mutter. Wenn Sie unsere acht- bis achtzehnköpfige Sippe – je nachdem, wer alles kommt – zum Mittagessen einlädt und bekocht, so ist es am Ende sie, welche sich bedankt. Wenn wir mit ihr einen Ausflug unternehmen und sie den Eintritt ins Museum berappt, das Essen im Restaurant bezahlt und uns beim Abschied heimlich noch ein 50er-Nötli im Auto liegen lässt, so ist es wiederum sie, die sich mit strahlendem Gesicht für den schönen Tag erkenntlich zeigt. Oder wenn sie mit ihrem Velo die fünf Kilometer von Lenzburg nach Niederlenz ins Altersheim fährt, um einige Kolleginnen zu besuchen, so ist es nochmals sie, die beim Adieusagen das wunderschöne Zusammensein erwähnt und ihrer Dankbarkeit über die schönen Begegnungen Ausdruck gibt. Und nie hat man das Gefühl, es wäre aufgesetzt. Dankbarkeit ist ihr Leben. Natürliche, zufriedene, frohmachende Dankbarkeit. Da ist sie mir nicht nur über 30 Jahre, sondern auch noch meilenweit voraus. Da kann ich mir von ihrer Haltung noch manches Stück Kuchen abschneiden, ohne fett zu werden. Bei mir kommt das Dankbarsein nicht so natürlich. Sagen wir, noch nicht. Darin möchte ich noch wachsen.

Abenteuer Dienst

Als Lämmer mitten unter die Wölfe gehen. So schickte Jesus seine Freunde und Nachfolger in den Dienst – in ein dienstliches Abenteuer. Barfuss, ohne Proviant, ohne einen Koffer voll extra Kleider, Cash oder Kreditkarte. Kranke heilen und das Nahen des Reiches Gottes verkünden war ihr Kernauftrag. So einfach und unberührt ich die Geschichte heute über die Aussendung der Jünger im Lukasevangelium lesen kann, so herausfordernd muss die Aufgabe für die Siebzig damals gewesen sein. Ich bin sicher, etliche von ihnen machten sich mit zitternden Knien auf den Weg. Manch einer hätte sich lieber aus dem Staub gemacht, als sich staubige und wunde Füsse zu holen. Etliche hätten es wohl getan, hätte sie Jesus nicht zu Zweien geschickt. Und dann kamen sie zurück. Überschwänglich. Übersprudelnd vor Freude. Sie hatten Wunder erlebt. Begeistert erzählten sie von ihren Erlebnissen der Sonderklasse: Dämonen waren ihnen untertan. Sie hatten Macht in Jesu Namen Geister auszutreiben. Und dann braucht Jesus die Begebenheit, um ihnen eine «Weisst du noch»-Lektion zu erteilen.

Gottes-Dienst

«Weisst du noch, damals…», werden sie sich Jahre wenn nicht Jahrzehnte danach jeweils beim jährlichen Jüngerinnen- und Jüngertreffen gesagt haben. Die Emotionalität ihrer Aussendungserfahrung wird sie noch lange an jene Lektion erinnert haben. Ein echtes «Weisst du noch»-Erlebnis, das mit grosser Wahrscheinlichkeit von Generation zu Generation weitergesagt wurde, wenn von Jesus Christus die Rede war. Und da werden nicht die Wunder, welche die Jünger taten, im Zentrum ihres Erzählens gestanden sein. Ich stelle mir vor, dass dabei das im Mittelpunkt stand, was Jesus seinen Nachfolgerinnen und Nachfolgern aus diesem Erlebten lehrte: Gottes Sichtweise, Gottes Herz. Ich sehe sie vor meinen inneren Augen, wie sie noch Jahre danach, ähnlich meiner 88jährigen Mutter, die Sonne vor ihrem Haus geniessend, ihren Enkeln aus ihrem Leben erzählen: «Hört Kinder, wir haben es damals erlebt. Wir haben Wunder gewirkt. Uns waren die Geister untertan. Wir haben grosse Dinge für Gott getan. Ich war mit dabei! Aber dann zeigte uns Jesus das wirkliche Verlangen Gottes: Dass wir uns nicht über das von uns Gewirkte freuen, sondern dankbar sind über das, was Gott für uns getan hat! Dass unsere Namen im Himmel aufgeschrieben sind!» Wow.

Hansjörg Leutwyler