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Bibel als Basis für Kultur ohne Schulden

Quelle: idea Schweiz, 01.10.2008

Bettagskonferenz der EVP Schweiz in Olten

Manfred Kiener

Mitten in der Finanzkrise folgten am 20. September 120 Personen der Einladung der EVP an die 8ettagskonferenz in Olten zum Thema "Verschuldung: Wege in die Freiheit". Dabei ging es sowohl um internationale und staatliche wie auch um private Schulden und ihre Sanierungsmöglichkeiten.

Zu einer Politik des Teilens rief Rene Steiner, Solothurner EVP Kantonsrat und Pastor der Vineyard Olten, auf: «Wenn wir es nicht tun, wird Konsumismus zur Volksdroge." Die Bibel spreche in 2350 Versen über die Themen Besitz und Geld. Grosszügigkeit breche die Macht des Mammons, der geistlichen Macht hinter dem Geld. Steiner zitierte aus Sprüche 11,24:«Da ist einer, der ausstreut, und er bekommt immer mehr. Und da ist einer, der mehr spart, als recht ist, und er hat immer weniger."

Kultur des Schuldenmachens

Über die «globale Kultur des Schuldenrnachens" sprach Prabhu Guptara, Leiter des UBS-Ausbildungszentrums Wolfsberg. In einem historischen Abriss beleuchtete er, wie biblische Finanzprinzipien und biblische Werte ganzen Nationen und Völkern zum Segen wurden. Die ersten Christen hätten eine Kultur des Ausgleichs gekannt. «Die einzige Basis für eine Kultur ohne Schulden ist die Bibel», betonte Guptara. Wo solche Werte fehlten, würden Politiker und Wirtschaftsführer Schritt um Schritt gesetzliche Barrieren gegen eine hemmungslose Gier einreissen. «Der Zuwachs des Schuldenberges in der Schweiz gibt mir zu denken", sagte Peter Siegenthaler, Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung, in Olten. So sei die Verschuldung pro Kopf der Bevölkerung seit 1990 von 14000 auf 32000 Franken gestiegen. «Schulden sind ein Mühlstein für die Entwicklung", betonte Siegenthaler. Durch Schulden übertrage der Staat seine Verpflichtungen an künftige Generationen. «Wer diese Schulden verursacht, ist nicht mehr identisch mit jenen, welche die Schulden bezahlen müssen."

Beratungsstellen einrichten

«Zu mir kommen Menschen mit Kartons voller unbezahlter Rechnungen, mit Stapeln von Papier", schilderte Martin von Känel seinen Alltag. Er ist Gründer der Fachstelle Schuldensanierung im Berner Oberland. Das Gesetz ermögliche in der Schweiz erfolgreiche Sanierungen. Doch fehlten in diesem Bereich Fachleute und Beratungsstellen. Dabei lohne sich Schuldenberatung: «Bei einem AufWand von einem Franken kommen zwei Franken zurück."

Mit Schuld verflochten

Wir könnten zwar globale Verhältnisse anprangern, meinte Pfarrer Geri Keller, Präsident der Stiftung Schleife in Winterthur. Doch ziele Gott immer auf einzelne Menschen, so wie Prophet Nathan zu König David sagte: «Du bist der Mann!" Jeder Mensch stehe in der Schuld Gottes. Doch Gott wolle das Leben wieder herstellen. «Wenn wir unsere Schuld bekennen, werden wir Gott erfahren, weil er sich in Jesus Christus mit unserer Schuld identifiziert hat", sagte Keller. Durch Schuldbekenntnis und Vergebung werde die Gier gebrochen und Leben freigesetzt.

Im Dilemma Rechte abwägen

«Esist nicht einfach. Ich gerate immer wieder in moralische Dilemmas und muss Rechte abwägen», erzählte Maja Ingold, seit sechs Jahren EVP-Stadträtin und Vorsteherin des Sozialdepartements in Winterthur. «Täglich gehen zweitausend Menschen ein und aus in der zentralen AnlaufsteIle. Um Schulden geht es bei Hunderten in Winterthur, die ihre Existenz mit der Sozialhilfe finanzieren müssen", berichtete Ingold. Die Missbrauchsbekämpfung funktioniere. Doch frage sie sich manchmal: «Gilt nur das Strafverfahren und weder Vergebung noch Reue?"

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