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Banker zeigt Kindern wie man mit Geld umgeht

Quelle: Tages-Anzeiger, 11.04.2009

Ein durchsichtiges Sparschwein mit vier Abteilen soll Kindern helfen, mit dem eigenen Geld zu haushalten. Ex-Banker Daniel Wehrli erklärt, wie das geht.

Liliane Minor

Wehrli hat eine Mission: Er will Jugendliche davor bewahren, in die Schuldenfalle zu schliddern. Er weiss, weshalb. Zweien hat der 47-jährige Ex-Banker selbst aus dem Schlamassel geholfen. Das Erlebnis hat ihn schockiert und geprägt. «Ich kannte beide schon vorher», erzählt er. «Es hat mich sehr gewundert, wie ihnen das passieren konnte. Denn in der Schule waren sie gut. Ich sagte mir immer wieder: Das kann nicht sein.»

Zwei Jahre Arbeit investiert

Wehrli begann zu recherchieren. Und stellte bald fest, dass es zwar eine ganze Reihe von Programmen gibt, mit deren Hilfe Jugendliche den haushälterischen Umgang mit Geld lernenkönnen. Aber diese kommen zu spät. «Je früher man sein Geld einzuteilen lernt, desto besser», sagt Wehrli. «Für Primarschulkinder aber gab es kein entsprechendes Angebot. In ganz Europa nicht.» Fündig wurde er in den USA. Dort ist seit neun Jahren unter dem Namen «Money Savvy Generation» ein Lernprogramm inklusive Sparschwein auf dem Markt. Seine Wirksamkeit ist belegt, und bereits hat das Spar-Lern-Paket in den USA mehrere Preise eingeheimst. Wehrli war davon so überzeugt, dass er seine bisherige Arbeit an den Nagel hängte. Er mietete in Lachen SZ ein Büro und investierte zwei Jahre Arbeit und einen grossen Teil seiner Ersparnisse in das Ziel, «Money Savvy» für hiesige Verhältnisse zu adaptieren. Mit Erfolg. «Seit einem Monat läuft es rund», sagt er. Vor zwei Wochen wurden die ersten Pakete unter dem Namen «Kinder-Cash» an Buchhandlungen ausgeliefert. Und Wehrli hat mit möglichen Geschäftspartnern Verhandlungen aufgenommen.

Auf den ersten Blick sieht Kinder-Cash aus wie jedes andere Sparschwein auch: Kugelrund, leuchtend farbig und mit einem putzigen Lachen auf dem Gesicht. Auf seinem Rücken aber trägt das Schwein vier Geldschlitze. Sein Bauch ist in vier Abteile unterteilt, die sich separat leeren lassen. Die Abteile sind angeschrieben mit «Sparen», «Ausgeben», «Investieren» und «gute Tat». Dazu gibt es ein Malheft, ein Heft mit Arbeitsblättern, acht Übungslektionen im Internet sowie ein Handbuch für Eltern und Lehrer, das eine Fülle von Tipps gibt, wie sie Kindern den Umgang mit Geld beibringen können. Und was sie tunlichst unterlassen sollen: beispielsweise einzugreifen, wenn das Kind schummelt und das Geld fürs Glace aus dem «Sparen»-Abteil nimmt. «Die Kinder sollen mit ihrem Geld Fehler machen dürfen», betont Wehrli, «und die Eltern sollen diese Fehler auch zulassen. Und vor allem: Dem Kind nachher nicht aus der Patsche helfen.» Nur dann lerne das Kind aus seinen Fehlern.

Umgang mit Geld als Schulfach?

Billig ist der Spass nicht. Allein das Schwein kostet 34.50 Fr., die acht Internetlektionen plus Handbuch kosten 21.70, die beiden Kinderhefte noch einmal 6.50 und 6.90 Fr. Wehrli weiss, dass das nicht wenig ist: «Deshalb sind alle Teile einzeln erhältlich. Zudem ist das Handbuch mit den Internetlektionen mehrfach verwendbar.» Er ist sicher, dass viele Eltern froh sind um die Übungslektionen und das Handbuch: «Woher sollen sie denn wissen, wie sie ihren Kindern den Umgang mit Geld pädagogisch möglichst geschickt beibringen können?» Ganz bewusst sei Kinder-Cash zudem auch darauf ausgelegt, dass es im Schulunterricht eingesetzt werden könnte. Denn für Wehrli wäre das das Sinnvollste: dass der Umgang mit Geld in der Schule gelehrt wird.

Wir bieten Kinder-Cash als Baukasten oder im Komplett-Set selbst an

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